Schraube/Bolzen abgerissen. Was nun?

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2003-10-29 16:33
Das schreibt Franz im FZR-Forum dazu:



Fast (!) jeder Bolzenrest lässt sich mit Geduld und ohne Gehäuseschaden entfernen.

Möglichkeiten:



1. Wenn man ein starkes E-Schweißgerät hat, kann man folgendes versuchen: Schweißgerät auf

Maximale Leistung stellen, mindestens 170 Ampere. Dicke Schweißelektrode (3,5 oder 4 mm)

beherzt an die Bruchstelle ansetzen und anschmelzen lassen. Elektrode solange dranlassen, bis

sie verglüht. Jetzt rasch die Elektrodenzange öffnen und das Teil erkalten lassen. Oft genügt der

Hitzeschock, um den Bolzenrest zu lösen.



2. Eine passende Sechskantmutter einseitig mit dem Spitzsenker ansenken und über das

abgebrochene Bolzenende legen. Mit dem Schutzgasschweißgerät die Bruchstelle mit der Mutter

verschweißen und den Bolzenrest herausdrehen.



3. Wenn der Bolzenrest ein wenig übersteht, Mutter draufdrehen oder nächstgrößere

draufstecken und elektrisch mit dem Bolzenrest verschweißen. Auch hier hilft der Hitzeschock.

Jetzt kann man versuchen, einen Schlagschrauber anzusetzen. Oft geht der abgebrochene

Bolzen aber auch schon so heraus.



4. Man besorgt sich im guten Fachhandel linkslaufende Spiralbohrer und beginnt mit einem

3-mm-Bohrer und steigert jeweils um 0,5 mm. Beim Hohlbohren der Bolzenreste drehen sich

diese meistens schon von selbst heraus (Wärme, Erschütterung).



5. Ab M8 kann man ein kleineres Linksgewinde in den Bolzenrest einbringen und vorsichtig

versuchen, den Bolzenrest mit einer Linksgewindeschraube herauszudrehen (Gehäuse im

Backofen erwärmen)



6. Bolzen zuerst hohlbohren (4 mm in M6, 5,5 mm in M8, 7 mm in M10). Mit dem einem

Mini-Handschleifer (Proxxon, Dremel etc.) am freien Ende Schlitz für Schraubendreher

einbringen. Caramba einfüllen Möglichst mehrere Tage ziehen lassen. Gehäuse im Backofen bei

Maximaltemperatur erhitzen. Schlagschrauber mit genau passender Klinge ansetzen und

„trockenen“ Schlag mit dem 500g-Hammer setzen.





7. Wenn das nicht hilft, hat sich das Gewinde im Gehäuse festgefressen. Man kann jetzt

versuchen, mit dem Minischleifer den Stehbolzen zum Gewinde hin aufzutrennen, um die

Spannung wegzunehmen. Dabei wird zwar das Gewinde im Gehäuse etwas geschädigt, hält

aber erfahrungsgemäß trotzdem.



8. Für Leute mit viel Gefühl: In die vorhandene zentrische Bohrung einen passenden Nagel

(Drahtstift) setzen und umbiegen. Dann mit dem Minischleifer ein außermittiges Bohrloch setzen,

um den Bolzenrest aufzutrennen. Wenn sich der abgebrochene Bolzen immer noch nicht drehen

lässt, den Vorgang um 90 Grad versetzt wiederholen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die

Sache immer noch nicht funktioniert, den verbleibenden Rest nochmals in der gleichen Weise in

zwei Häften trennen. Mit einer Spitzzange sollten sich die Gewindefragmente jetzt operativ

entfernen lassen.



9. Wenn die Gewindebohrung gelitten hat, hilft meistens nur noch der Einsatz einer

Gewindehülse. Nur dünnwandige Hülsen verwenden, bei der LC gibt es nicht so viel „Fleisch“ um

die Bohrungen herum. Solche gehärteten, selbstschneidenden Hülsen mit 1mm Wandstärke gibt

es bei Fa. Lamberti, Postfach 460255, 47232 Duisburg, Telefon 02841- 63033.



Konische Gewindeausdreher weiten den Bolzenrest auf und blockieren ihn somit endgültig - für

kleine Durchmesser ungeeignet!



Gruß, Rolf

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